Wieder ist ein Jahr vergangen und wir möchten uns herzlich bei Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihre wertvolle Unterstützung bedanken! Vielen Dank! Im Folgenden finden Sie einige Einblicke, wohin Ihre Gelder geflossen sind und welch wichtigen Beitrag Sie damit für viele junge Menschen und ihren Familien auf dem Weg in eine selbstbestimmte und ermutigende Zukunft leisten.  

Makkampalayam/Kadambur 

PARAN (Pedagogy and Action for Rights of Adivasis in North Tamil Nadu) wurde im Jahre 2013 von den Jesuiten in den Kadambur-Bergen im Erode-Distrikt im Norden des indischen Bundesstaates Tamil Nadu gegründet. Das Ziel war, eine gerechte und würdevolle Gemeinschaft der Urali-Solagar Volksstämme aufzubauen. Neben dem Einsatz für die Bildung einer kulturellen Identität, der Gewährung von Wald- und Landrechten und dem Zugang zu Vergünstigungen für diese Volksstämme konzentriert sich das PARANZentrum darauf, den Stammeskindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen und dabei zu helfen, die sozial-ökonomischen und kulturellen Benachteiligungen, denen sie ausgesetzt sind, abzubauen, und ihnen somit eine bessere Zukunft zu sichern. 

Für PARAN war 2022 ein Jahr der Erneuerung. Nach dreijähriger Tätigkeit wurde Fr. Packiaraj von Makkampalayam in die Zentrale nach Chennai versetzt. Fr. Kennedy nimmt jetzt dessen bisherige Aufgaben wahr. Das wichtigste Ereignis war jedoch der Umzug von PARAN von Makkampalayam nach Kadambur. Dort wurde ein Gebäudekomplex vom Jesuitenorden gekauft, renoviert und z.T. umgebaut, sodass die Aufgaben vor Ort wirksamer und leichter durchgeführt werden können. Kadambur ist relativ leicht auf einer guten und asphaltierten Straße zu erreichen, die jedoch dort auch endet. Der Weg zu den abgelegenen Dörfern ist meist unbefestigt und steinig. 

In 50 Dörfern des Urali-Stammes sind Abendschulen eingerichtet, die von insgesamt 1100 Kindern (575 Jungen, 525 Mädchen) besucht werden. Die Lehrer geben nicht nur Unterstützung bei Aufgaben für die Hauptfächer Tamil, Englisch und Mathe, sondern trainieren auch Lernmethoden mit den Kindern. Sie erhielten auch Unterrichtsmaterial wie Hefte und Schreibstifte. 

Während der Covid-Pandemie hatten viele Kinder die Abendschulen verlassen, was häufig den Abbruch des regulären Schulbesuchs zur Folge hatte. In 25 Dörfern fanden bisher Gespräche mit deren Eltern statt. 80% dieser Eltern schickten daraufhin ihre Kinder wieder in die Abendschule. 

A group of children posing for a photo

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Kodaikanal

Für PEAK (People’s Education and Action in Kodaikanal) ist seit 1988 Schulausbildung der Arbeitsschwerpunkt. Dadurch wird versucht, die erniedrigten und benachteiligten Menschen von Kodaikanal zu stärken. PEAK unterhält zwei Wohnheime, eins für Kinder aus der Grundschule und ein weiteres für Jungen und Mädchen aus der High School und Higher Secondary School. Den Heimbewohnern und denen, die nach der Schulausbildung ein College besuchen wollen, wird soweit möglich, finanziell geholfen.  

Abendschulen (Evening Coaching Centers) sind in 15 Dörfern eingerichtet. Die meisten Eltern in diesen Dörfern haben selbst keine Schulausbildung und sind auch für ihre Kinder nicht daran interessiert. Die Hütten, in denen die Familien leben, bieten keinen Platz um zu lernen. Außerdem werden die Kinder in der Schule wegen ihrer Zugehörigkeit zu den unteren Kasten verachtet. Deswegen ist die Motivation für eine Schulausbildung bei Eltern und Kindern gering. Versetzung in die nächste Klasse wird nicht erreicht und die Schulausbildung wird 

abgebrochen. Das wiederum führt häufig zu Kinderarbeit und, insbesondere bei Mädchen, zur Kinderehe. Die 15 Abendschulen haben in den Dörfern, in denen sie eingerichtet sind, einen entscheidenden Anteil dazu geleistet, dass die Schulausbildung nicht abgebrochen wurde und das Interesse weiterführende Schule zu besuchen deutlich gestärkt. 

A group of children sitting on the ground

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288 Kinder (164 Mädchen und 124 Jungen) haben im letzten Jahr die Abendschulen besucht.

 

Neerpair: Dr Arulappa Higher Secondary School und St John’s Wohnheim 

Im Februar haben die Schulen in Tamil Nadu nach 17 Monaten Corona-Zwangspause schrittweise wieder geöffnet. Vielen Schülerinnen und Schülern fiel die Rückkehr in einen geregelten Schulbetrieb sehr schwer. Fr David Nesan, Ms Nanhini Krishnan und das ganze Team aus Lehrkräften und Betreuern haben sehr viel Zeit, Mühe und Herz darauf verwendet, mit den Familien zu sprechen und möglichst viele Schüler und Schülerinnen zurückzugewinnen. Die Mühe hat sich gelohnt: 747 Kinder und Jugendliche sind im Juni in das neue Schuljahr gestartet. Um den Familien den Start zu erleichtern, wurde nur sehr moderat Schulgeld erhoben oder teilweise ganz erlassen. Die Finanzierungslücke von ca. 10.000 € konnte dank Ihrer Unterstützung von Aktion Indien aufgefangen werden.  

Mit dem neuen Schuljahr wurde eine English Medium Section als Neuerung eingeführt. Dabei wird eine der beiden Anfangsklassen im Jg. 6 vollständig in Englisch als Unterrichtssprache geführt. Diese wertvolle Ergänzung des Unterrichtsangebots wurde sehr gut angenommen.  

Das St John’s Wohnheim ist stark belegt. 107 Jungen und Mädchen haben dort ein Zuhause gefunden und werden liebe voll von Ms Nandhini und Fr David Nesan umsorgt. Die Kosten betragen weiterhin ca. 30 € pro Kind und Monat. Diese werden von Aktion Indien und dem nienburger Verein Arivu – Zukunft durch Bildung übernommen. 

CHEER (Berufsausbildung)

Auch die Unterstützung bei Studium und Berufsausbildung läuft weiter. Aktion Indien hat im letzten Jahr 73 Studenten und Auszubildende mit 15 € pro Monat unterstützt. Die jungen Leute sind sehr dankbar für diese Hilfe. 

So sagen wir Ihnen – auch im Namen unserer Partner in Indien – herzlichen Dank.