Im Mai 2026 kehrten zahlreiche ehemalige Schülerinnen und Schüler an die Dr. R. Arulappa Higher Secondary School in Neerpair zurück. Die beiden Alumni-Treffen waren nicht nur ein freudiges Wiedersehen. Sie zeigten auch, welche langfristige Wirkung die Bildungsarbeit der Schule entfaltet.
Rund 150 Ehemalige beim ersten Treffen
Seit dem vergangenen Jahr arbeiten Father Charles, Schulleiter Ambrose und Projektleiterin Nandhini daran, den Kontakt zu den Alumni neu aufzubauen. Dabei zeigte sich, dass viele Abschlussjahrgänge über eigene WhatsApp-Gruppen miteinander verbunden geblieben sind.
Am 26. Mai kamen rund 150 Alumni des Jahrgangs 2012 auf dem Schulgelände zusammen. Sie organisierten verschiedene Aktivitäten, erinnerten sich gemeinsam an ihre Schulzeit und ließen den Tag bei einem gemeinsamen Mittagessen und Kulturprogramm ausklingen. Als Zeichen ihrer Verbundenheit spendeten sie außerdem 30.000 Rupien – etwa 300 Euro – an das St. John’s Home.

Wiedersehen nach 25 Jahren
Am 30. Mai folgte das Treffen des Jahrgangs, der 2001 die 10. Klasse abgeschlossen hatte. Beide Alumni-Gruppen hatten frühere Schulleiter und Lehrkräfte eingeladen, um sie zu ehren und ihnen für ihre Begleitung zu danken.
Viele Ehemalige berichteten, wie sehr die Schule ihren weiteren Lebensweg geprägt habe. Die dort erhaltene Bildung habe ihnen nicht nur Wissen, sondern auch Selbstvertrauen und wichtige Werte vermittelt. Besonders dankbar erinnerten sie sich an den verstorbenen Father John Suresh, der viele junge Menschen persönlich begleitete und ermutigte, über ihre damaligen Lebensumstände hinauszudenken.

Zu jener Zeit gab es für die rund 70 umliegenden Dörfer kaum weiterführende Bildungseinrichtungen. Die Dr. R. Arulappa Higher Secondary School war deshalb für Tausende Kinder eine der wenigen Möglichkeiten, eine gute Ausbildung und Unterstützung bei der beruflichen Orientierung zu erhalten.
Viele der Alumni waren die Ersten in ihren Familien, die eine weiterführende Schule besuchten. Rund 90 Prozent stammen aus Dalit-Gemeinschaften. Heute arbeiten sie in unterschiedlichen Berufen, haben teilweise eigene Häuser gebaut und unterstützen ihre Familien. Ihre Lebenswege zeigen sehr konkret, wie Bildung über viele Jahre hinweg nicht nur einzelne Menschen, sondern auch Familien und Dorfgemeinschaften stärkt.
Aus ehemaligen Geförderten werden Förderer
Nun möchten die Alumni selbst dazu beitragen, der nächsten Generation gute Bildungschancen zu ermöglichen. Der Abschlussjahrgang 2001 spendete rund 125.000 Rupien – etwa 1.250 Euro – für die Anschaffung eines Smartboards. Beide Gruppen kündigten außerdem an, künftig Studierende der WE-Gruppe zu unterstützen und mit der Entwicklung der Schule verbunden zu bleiben.
Die Ehemaligen erinnerten auch dankbar an Dr. Johannes Mispagel, den viele liebevoll „Pappa“ nannten, sowie an alle Freundinnen, Freunde und Förderer aus Deutschland, die die Schule über viele Jahre begleitet haben.
Nach mehr als 25 Jahren zu sehen, wie ehemalige Schülerinnen und Schüler an ihre Schule zurückkehren, ihre Lehrkräfte ehren und nun selbst die nächste Generation unterstützen, ist etwas Besonderes. Aus Kindern, deren Bildungsweg einst durch andere ermöglicht wurde, sind Erwachsene geworden, die heute selbst Chancen schaffen.
