25 Jahre nach seiner Priesterweihe: Erinnerung an Father John Suresh

Im Jahr 2001 wurde Rev. Fr. Dr. John Suresh zum Priester geweiht. Sein Leitspruch lautete: „To be a ransom for many“ – sein Leben für andere einzusetzen. Anlässlich des 25. Jahrestages seiner Priesterweihe erinnern wir an einen Menschen, der sich mit großer Entschlossenheit für Bildung, soziale Gerechtigkeit und die Würde benachteiligter Menschen engagierte.

Father John Suresh starb im Jahr 2021. Seine Ideen und die von ihm gegründeten Initiativen wirken jedoch bis heute weiter.

Bildung als Weg zu einem selbstbestimmten Leben

Projektleiterin Nandhini Krishnan begegnete Father John Suresh erstmals im Januar 2001, noch vor seiner Priesterweihe. In den folgenden 20 Jahren arbeiteten sie und viele weitere Wegbegleiter daran, seine Ideen in konkrete Projekte umzusetzen.

Im Mittelpunkt seines Engagements stand die Bildung. Father John Suresh ermöglichte Tausenden jungen Menschen den Zugang zu Schule, Studium und Berufsausbildung. Mit Unterstützung von Freundinnen, Freunden und Förderern – insbesondere aus Europa – half er außerdem armen Familien beim Bau eigener Häuser.

Zu den von ihm angestoßenen Initiativen gehört auch die WE-Gruppe („With Education“). Sie unterstützt junge Menschen beim Studium und bei der Berufsausbildung und führt seine Arbeit bis heute fort.

Hilfe in Katastrophen und Einsatz gegen Diskriminierung

Nach dem Tsunami im Indischen Ozean 2004, den Zyklonen Thane und Vardah sowie schweren Überschwemmungen organisierte Father John Suresh umfangreiche Hilfsmaßnahmen. Betroffene Familien erhielten Lebensmittel, Unterkünfte und weitere dringend benötigte Unterstützung.

Gleichzeitig setzte er sich entschieden gegen Kastendiskriminierung ein – sowohl innerhalb der Kirche als auch in der Gesellschaft. Sein Engagement trug dazu bei, dass mehrere Kirchen für alle Menschen zugänglich wurden, insbesondere für Angehörige der Dalit-Gemeinschaft. Dazu gehörten Gemeinden in Thatchoor, K.K. Pudur und Eriyur.

Kunst, gesellschaftliches Engagement und Umweltschutz

Father John Suresh verstand auch Kunst als Mittel gesellschaftlicher Veränderung. Über die Theater- und Kulturgruppe Adavu Kalai Kuzhu förderte er junge Künstlerinnen und Künstler und verband kreatives Arbeiten mit sozialem Bewusstsein.

Dabei orientierte er sich besonders an den Ideen Dr. B. R. Ambedkars und den Verfassungswerten Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Auch der Schutz der Natur war ihm wichtig. In verschiedenen Regionen initiierte er Baumpflanzungen, weil für ihn die Sorge um die Umwelt untrennbar mit der Sorge um die Menschen verbunden war.

Anlässlich des 25. Jahrestages seiner Priesterweihe wird Bischof Neethinathan aus der Diözese Chingleput einen Gottesdienst zu seinem Gedenken feiern. Father John Suresh ist nicht mehr persönlich unter uns. Doch seine Projekte, seine Überzeugungen und vor allem die Menschen, deren Lebenswege er verändert hat, führen sein Vermächtnis weiter.